Praxis für Psychotherapie

und Somatic Experiencing ® (SE)                                                                      Dipl.-Psych.

                                                       Susanne Schernau

                                                                                                                                           Psychologische Psychotherapeutin

 

„Eine Reise von tausend Meilen beginnt mit dem ersten Schritt“

  Laotse

Traumaspezifische Psychotherapie

 

In der psychotraumatologischen Psychotherapie werden die Folgen von schweren, überwältigenden Ereignissen behandelt. Dabei bezeichnet der Begriff „Trauma“ sowohl das Ereignis als auch die Folgen des Ereignisses, so dass es manchmal uneindeutig bleibt, was gemeint ist. Auch herrschen unterschiedliche Vorstellungen davon, was als Trauma zu bezeichnen ist. Letztlich gibt es zwei Kategorien. Ein Trauma kann aus frühen Bindungserfahrungen erwachsen, wie z.B. Vernachlässigung, Verlassenwerden, emotionaler oder sexueller Missbrauch, Gewalt (chronische Traumatisierung) oder auch nach einzelnen überwältigenden Lebensereignissen wie beispielsweise Überfälle, Verluste, Verkehrsunfälle (akute Traumatisierung) entstehen.

 

Eine psychobiologische Sichtweise der traumaspezifischen Dynamik erklärt das Geschehen so: Wenn in einer Gefahrensituation aufgrund des massiven Ereignisses die natürlichen, instinkthaften Reaktionen wie Kampf- oder Fluchtreaktionen nicht möglich sind, bleibt das Erleben der Bedrohung im Körper, in tieferen Hirnstrukturen wie "eingefroren". Dies wird auch als „biologisch unvollendeten Reaktion“ bezeichnet. Der Schreck, der Schock ist dann sozusagen im Körper noch vorhanden. Er kann durch aktuelle Auslöser angetriggert werden und Symptome wie plötzlich einschießende Erinnerungen, Depressionen, emotionale Taubheit, Schlafstörungen, Übererregung, Ängste, Vermeidungsverhalten oder das Gefühl, neben sich zu stehen verursachen. Im Nervensystem bildet sich dann sozusagen eine Insel heraus, die quasi unverbunden bleibt und eine spezifische, eigenständige Symptomatik mit sich bringt. Das erste therapeutische Ziel ist dann die Stabilisierung mit dem allmählichen Wiedererlangen des Gefühls von Sicherheit und Vertrauen. Mittels traumaspezifischen Interventionen kann sich die Insel dann allmählich wieder mit dem Festland verbinden.

 

 

Psychodynamisch Imaginative Traumatherapie (PITT)

 

Die Psychodynamisch Imaginative Traumatherapie (PITT) wurde von Prof. Dr. Luise Reddemann als tiefenpsychologisch-ressourcenorientierter Ansatz zur Arbeit mit traumatisierten Menschen entwickelt. Dabei geht es zunächst darum, die Fähigkeit zur emotionalen Selbstregulation zu stärken, um sich vor Überflutungen zu schützen und eine Stabilisierung zu erreichen, die allmählich die Konfrontation mit dem eigentlichen traumatischen Erleben erlaubt. Auch hier wird das „innere Team“ mit verschiedenen Persönlichkeitsanteilen betrachtet, die miteinander in Kontakt gebracht werden. Auf einer „inneren Bühne“ als imaginärem Raum für die bildhafte Vorstellung werden zudem hilfreiche Bilder entwickelt. Zum Beispiel werden verletzte innere Anteile – meistens ein „inneres Kind“ -  an einen guten, sicheren inneren Ort gebracht, um ihn dort von immerwährend verfügbaren idealen Eltern und „hilfreichen Wesen“ versorgen und trösten zu lassen. Die in der Therapie gelernten Übungen kann der Patient später selbständig anwenden und damit Stress regulieren. PITT ist ein ich-stärkender Ansatz zur Förderung des Selbstmanagements.

 

www.luise-reddemann.de

 

 

EMDR

 

EMDR ist eine wissenschaftlich begründete Psychotherapiemethode zur Behandlung von Traumafolgestörungen und bedeutet übersetzt in etwa „Desensibilisierung und Verarbeitung durch Augenbewegungen.  Sie wurde von Francine Shapiro in den USA entwickelt und ist keine Gesprächstherapie, sondern arbeitet mit bestimmten Augenbewegungen während der sich der Patient seinem inneren Erleben zuwendet. Die Bewegungen der Augen stehen in Verbindung mit bestimmten Hirnarealen und dem Gedächtnis. Die Patientin folgt in der Behandlung den Fingern der Therapeutin mit den Augen, während diese die Hand abwechselnd nach rechts und links bewegt. Diese bilaterale Stimulation unterstützt das Gehirn, die eigenen Selbstheilungskräfte zu aktivieren und die belastenden Erinnerungen auf eine schonende Art und Weise zu verarbeiten. Voraussetzung für die Arbeit mit EMDR in der Traumabehandlung ist eine ausreichende Stabilisierung, die zuvor sorgfältig erarbeitet wird.

 

www.emdria.de

„Es gibt nur ein einziges Gegengewicht gegen Unglück ... und das ist Glück“  

Erich Fried